Reinigung, wenn Kleinkinder im Haushalt leben: Tipps und Tricks für Familien
Mit einem Kleinkind im Haus verändert sich der Blick auf den Boden. Alles, was dort liegt, landet früher oder später im Mund. Gleichzeitig bleibt kaum Zeit zum Putzen.
Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Sauberkeit wirklich nötig ist und wo Hygiene zählt. Sie erfahren, wie Sie Putzmittel sicher aufbewahren, welche Reiniger Sie meiden und wie Kinder spielerisch mithelfen.
Ein Dienstagabend im April in Köniz. Im Reiheneinfamilienhaus der Familie Wenger krabbelt die elf Monate alte Lia durch den Korridor. Sie hat eine Rosine unter der Kommode gefunden.
Ihr Vater Simon kniet daneben und überlegt, wann dort zuletzt jemand gesaugt hat. In der Küche wartet das Geschirr vom Znacht.
„Muss hier eigentlich alles keimfrei sein?“ Die kurze Antwort lautet: nein.
Wie sauber muss es mit Kleinkind sein?
Ein Zuhause muss sauber sein, nicht steril. Das Immunsystem eines Kindes lernt im Kontakt mit alltäglichen Keimen, sich zu wehren.
Im normalen Familienalltag sind Desinfektionsmittel im ganzen Haus deshalb nicht nötig. Sie können Luft und Haut belasten, bei Krankheit oder ärztlicher Empfehlung gilt anderes.
Wichtiger ist ein vernünftiges Mass. Grober Schmutz, Krümel und Staub sollen weg, ein paar Spuren vom Spielen dürfen bleiben.
Wo Hygiene wirklich zählt
Es gibt Bereiche, in denen Sie genauer hinschauen sollten. Dort geht es um Bakterien, die krank machen können.
- Küche: Schneidbretter nach rohem Fleisch heiss abwaschen, Abwaschlappen oft wechseln.
- Schoppen und Nuggi: gut reinigen und trocknen lassen, für Säuglinge nach Empfehlung der Mütterberatung oder Kinderärztin auskochen.
- Wickelplatz: Unterlage nach jedem Wickeln abwischen, Windeleimer täglich leeren.
- Boden: In Krabbelzonen öfter saugen und feucht wischen.
- Spielsachen: Was in den Mund wandert, regelmässig mit warmem Wasser und Abwaschmittel waschen.
Der Hochstuhl verdient besondere Aufmerksamkeit. In den Ritzen von Sitz und Gurt sammeln sich Breireste, die rasch schimmeln.
Fingerabdrücke an Glastüren und tiefen Fenstern sind dagegen harmlos. Sie dürfen bis zum nächsten Fensterputz bleiben, ohne dass jemand krank wird.
Ziehen Sie Schuhe am Eingang aus. So tragen Sie weniger Strassenschmutz in die Räume, in denen das Kind spielt.
Haushaltsreinigung für Familien anfragen
Einmalige Entlastung, wenn der Alltag mit Kleinkind keine Zeit lässt
Putzmittel kindersicher aufbewahren
Kleinkinder öffnen Schranktüren schneller, als man denkt. Putzmittel gehören deshalb in einen hohen oder abschliessbaren Schrank.
- Unterschränke in Küche und Bad mit Kindersicherungen ausstatten.
- Mittel nie in Getränkeflaschen oder Becher umfüllen.
- Geschirrspültabs und Waschmittelkapseln besonders hoch lagern, sie sehen aus wie Süssigkeiten.
- Den Putzeimer nach Gebrauch sofort leeren, auch kleine Wassermengen sind gefährlich.
- Während des Putzens das Kind nicht mit offenen Flaschen allein lassen.
Wenn doch etwas passiert
Hat Ihr Kind ein Putzmittel geschluckt oder in die Augen bekommen, rufen Sie Tox Info Suisse unter 145 an. Halten Sie die Flasche bereit, damit Sie das Produkt genau nennen können.
Bei Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Krämpfen wählen Sie sofort die Sanität unter 144. Lösen Sie kein Erbrechen aus.
Welche Reiniger Sie besser meiden
Für den Alltag mit Kleinkind reichen wenige, milde Mittel. Ein Allzweckreiniger, Abwaschmittel, Essig für Kalk und ein Scheuermittel für das Bad decken das meiste ab.
- Chlorhaltige Reiniger: reizen Atemwege und Haut und sind im Haushalt selten nötig.
- Abflussreiniger: stark ätzend, besser mechanisch mit einer Saugglocke arbeiten.
- Duftsprays und Raumbedufter: belasten die Luft, frische Luft durch Lüften ist besser.
- Sprühflaschen mit Sprühnebel: lieber auf das Tuch geben als in den Raum.
Auch Lampenöl, Entkalker und Regeneriersalz für den Geschirrspüler gehören zu den Produkten, die Sie nicht offen stehen lassen sollten. Dasselbe gilt für Duftöle und Nagellackentferner im Bad.
Achten Sie auf die Gefahrensymbole auf der Verpackung. Ein Mittel mit Warnzeichen gehört in einen verschlossenen Schrank, ausser Reichweite von Kindern.
Ob ökologische Reiniger eine Alternative sind, lesen Sie im Ratgeber Bio oder herkömmliche Reinigungsmittel.
Kinder spielerisch mitmachen lassen
Kleinkinder ahmen nach, was die Eltern tun. Wer ein Kind mithelfen lässt, putzt zwar langsamer, aber gemeinsam.
- Ein eigenes kleines Tuch zum Staubwischen an tiefen Möbeln.
- Ein Kinderbesen für die Krümel unter dem Esstisch.
- Spielsachen nach Farben oder in Körbe sortieren.
- Ein Aufräumlied, das das Ende der Spielzeit ankündigt.
Ab etwa drei Jahren können Kinder kleine Aufgaben fest übernehmen, etwa den eigenen Teller zum Abwaschtrog tragen. So wird Mithelfen zur Gewohnheit statt zur Pflicht.
Geben Sie dem Kind nur Wasser und Tücher, nie Putzmittel. Loben Sie den Einsatz, nicht das Ergebnis.
Gönnen Sie sich eine Pause
Die ersten Jahre mit Kind sind anstrengend. Schlafmangel, Arbeit und Haushalt fordern viel Kraft.
Eine perfekte Wohnung ist in dieser Zeit kein sinnvolles Ziel. Legen Sie Prioritäten fest: Küche und Bad hygienisch, Krabbelzonen sauber, der Rest darf warten.
Eine kurze Abendrunde hilft, den Überblick zu behalten. Sie dauert nicht lange und verhindert, dass sich Arbeit über Tage auftürmt.
- Spielsachen in die Körbe zurück.
- Esstisch und Hochstuhl abwischen.
- Krümel unter dem Tisch aufnehmen.
- Abwaschtrog leeren und kurz trocken reiben.
Nutzen Sie den Mittagsschlaf des Kindes auch einmal für sich selbst. Ein Kaffee in Ruhe bringt oft mehr als ein frisch gewischter Boden.
Reinigungspartner im Familienhaushalt
Ein Nachmittag für Sie statt für den Putzeimer
Rasche Antwort, Termin meist in 2 bis 5 Tagen
Wann sich Hilfe lohnt
Hilfe lohnt sich, wenn der Haushalt über Wochen liegen bleibt. Auch nach der Geburt, bei Krankheit oder vor einem Familienfest ist eine einmalige Reinigung eine echte Entlastung.
Über die Leistungsseite Haushaltsreinigung senden Sie Ihre Anfrage. Abgerechnet wird auf Stundenbasis, eine Buchung ist ab 2 Stunden möglich.
Ein Reinigungspartner übernimmt Küche, Bad, Böden und auf Wunsch die Fenster in einem Einsatz. Nennen Sie die Fenster in der Anfrage. Sie gewinnen Zeit für die Familie, und für Schäden ist der Reinigungspartner versichert.
Sagen Sie in der Anfrage, dass ein Kleinkind im Haus lebt. Dann können milde Mittel und kindersichere Abläufe abgesprochen werden. Für Flecken auf dem Teppich hilft der Ratgeber mit Tipps gegen Teppichflecken.
Fazit: Sicher statt steril
Mit Kleinkind braucht es kein keimfreies Zuhause. Es braucht saubere Hygienezonen, sicher verstaute Putzmittel und Eltern, die sich nicht verausgaben.
Bei Familie Wenger in Köniz liegt die Rosine inzwischen nicht mehr unter der Kommode. Lia hat dafür einen eigenen kleinen Besen, mit dem sie stolz durch den Korridor fegt.
