Desinfektionsreinigung einer privaten Wohnung oder eines Hauses
Sauber ist nicht immer dasselbe wie keimarm. Im Alltag genügt Putzen, doch manchmal sollen Erreger gezielt unschädlich gemacht werden. Dafür gibt es die Desinfektionsreinigung.
In diesem Ratgeber lesen Sie, wann eine Desinfektion in Wohnung oder Haus sinnvoll ist, welche Stellen zählen und wie sie abläuft. Dazu kommen Antworten zu Mitteln, Erregern, Häufigkeit und Abrechnung.
Olten, Anfang Dezember. Herr Studer kommt nach einer grösseren Operation aus dem Spital nach Hause. Seine Abwehr ist geschwächt, der Arzt hat zu Vorsicht geraten.
In der 4.5-Zimmer-Wohnung lag eine Woche zuvor noch der Sohn mit Grippe im Bett. Frau Studer hat gelüftet und geputzt, so gut es ging.
„Reicht das jetzt, oder muss da noch jemand mit Desinfektionsmittel durch?“
Reinigen, desinfizieren, sterilisieren: die Begriffe
Reinigen entfernt Schmutz und mit ihm einen grossen Teil der Keime. Desinfizieren tötet Krankheitserreger ab oder macht sie unschädlich, sodass sie nicht mehr anstecken. Sterilisieren geht noch weiter und betrifft vor allem Spital und Labor.
Für den Haushalt zählt die Reihenfolge. Fett, Kalk und Eiweissreste schirmen Erreger gegen den Wirkstoff ab. Deshalb wird immer zuerst geputzt und erst danach desinfiziert.
Ebenso wichtig ist die Einwirkzeit. Ein Mittel wirkt nur, wenn es so lange feucht auf der Fläche bleibt, wie der Hersteller angibt.
Wann sich eine Desinfektion zu Hause lohnt
Ein gesunder Haushalt braucht im Alltag keine Desinfektionsmittel. Es gibt aber Situationen, in denen eine gezielte Desinfektion Sinn ergibt:
- Nach einer ansteckenden Krankheit, etwa Magen-Darm-Infekt oder Grippe, bevor geschwächte Personen zurückkommen.
- Wenn jemand mit geschwächtem Immunsystem im Haushalt lebt oder gepflegt wird.
- Nach einem Rückstau mit Abwasser in Bad, Waschküche oder Keller.
- In einer stark verwahrlosten oder Messie-Wohnung mit Essensresten und Tierkot.
- Nach dem Tod eines Haustiers mit ansteckender Krankheit.
- Vor dem Einzug in eine Wohnung, die lange leer stand oder sehr verschmutzt war.
Sonderfall Rückstau
Drückt Abwasser aus Bodenablauf oder WC zurück, melden Mieter das sofort der Verwaltung. Fotografieren Sie den Zustand, bevor geputzt wird. Gereinigt und desinfiziert wird erst, wenn das Wasser abgepumpt und der Raum getrocknet ist.
Ob Gebäude- oder Hausratversicherung zahlt, steht in Ihrer Police. Die Rechnung geht an Sie, Sie reichen sie bei der Versicherung ein. Liegt bereits eine Kostengutsprache vor, legen Sie diese der Anfrage bei.
Wann normales Putzen genügt
Ohne Krankheit oder besonderen Anlass ist Desinfektionsmittel im Haushalt überflüssig. Zu viel davon kann Haut und Atemwege reizen und schadet dem Abwasser. Ein guter Frühjahrsputz mit Allzweckreiniger, heissem Wasser und frischen Tüchern reicht in der Regel aus.
Auch mit Kleinkindern oder Haustieren braucht es im Alltag keine Desinfektion. Kinder kommen mit normalen Keimen gut zurecht, ihr Immunsystem lernt daran. Wichtiger sind saubere Hände, ein sauberer Kühlschrank und regelmässig gewechselte Tücher.
Entscheidend ist dabei das Werkzeug. Ein feuchter Lappen, der tagelang am Abwaschtrog hängt, verteilt mehr Keime, als er entfernt. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Putzlappen als Keimschleuder.
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Die heiklen Stellen im Haushalt
Erreger sammeln sich dort, wo viele Hände hinfassen oder Feuchtigkeit stehen bleibt. Bei einer Desinfektion stehen deshalb diese Punkte im Fokus:
- Kontaktflächen: Türfallen, Lichtschalter, Handläufe an Treppen, Fernbedienungen.
- Küche: Arbeitsflächen, Schneidbretter, Kühlschrankgriff, Spülbecken und Armatur.
- Bad: WC-Sitz und Spültaste, Lavabo, Duschtasse, Abflüsse.
- Elektronik: Telefon, Tastatur, Tablet, nur mit geeigneten Mitteln.
- Pflegebereich: Bettgestell, Nachttisch, Hilfsmittel wie Rollator oder Haltegriffe.
Textilien wie Vorhänge und Bettzeug gehören in die Waschmaschine, nicht unter das Sprühmittel.
So läuft eine Desinfektionsreinigung ab
Eine Desinfektionsreinigung folgt einer festen Reihenfolge. So wirkt das Mittel dort, wo es soll.
- Absprache: Anlass, Räume, besondere Stellen und Personen im Haushalt werden geklärt.
- Grobreinigung: Schmutz, Staub und Rückstände kommen zuerst weg.
- Desinfektion: Ein zum Anlass passendes Mittel wird aufgetragen, die Einwirkzeit eingehalten.
- Nachbehandlung: Flächen mit Lebensmittelkontakt werden danach mit klarem Wasser abgewischt.
- Lüften: Fenster auf, damit Dämpfe abziehen.
Schmutz, Bakterien und Viren entfernen
Die Reinigungspartner bringen Geräte und passende Mittel mit. Sie tragen Handschuhe und je nach Lage weitere Schutzausrüstung. Wichtig ist, dass ein Mittel gegen den jeweiligen Erreger wirkt, das steht auf der Packung.
Was Sie vor dem Termin vorbereiten
- Lebensmittel, Geschirr und Zahnbürsten aus den Arbeitsbereichen räumen.
- Bettwäsche und Handtücher der erkrankten Person heiss waschen.
- Haustiere und Kinder während der Arbeit in einem anderen Raum unterbringen.
- Empfindliche Oberflächen nennen, etwa Naturstein oder geölte Holzböden.
Nach dem Einsatz lüften Sie gut und wischen Flächen, auf denen Essen zubereitet wird, noch einmal mit klarem Wasser ab.
Gegen welche Erreger eine Desinfektion hilft
Bakterien
- Salmonellen und Campylobacter: aus rohem Geflügel, Eiern oder Fleisch, vor allem in der Küche.
- E. coli: nach Rückstau oder Kontakt mit Fäkalien.
- Staphylokokken: auf Haut und Kontaktflächen, wichtig bei Wunden und Pflege.
Legionellen sitzen dagegen in Wasserleitungen und Boilern. Hier hilft keine Flächendesinfektion, sondern eine Sanitärfirma.
Viren
- Noroviren: sehr widerstandsfähig, sie brauchen ein Mittel mit nachgewiesener Wirkung gegen unbehüllte Viren.
- Rotaviren: ebenfalls Auslöser von Magen-Darm-Infekten, ähnlich hartnäckig.
- Grippe- und Erkältungsviren: behüllt und empfindlicher, viele gängige Mittel wirken.
Ordnet eine Behörde bei einer meldepflichtigen Krankheit Massnahmen an, gelten deren Vorgaben.
Welches Mittel wofür
Desinfektionsmittel unterscheiden sich im Wirkstoff und damit im Einsatzbereich. Kein Mittel passt für alles, und mehr Konzentration bedeutet nicht mehr Wirkung.
- Alkoholbasierte Mittel: trocknen rasch, gut für kleine Flächen und Hände, gegen Noroviren aber oft zu schwach.
- Chlorhaltige Mittel: breit wirksam, greifen jedoch Textilien, Metall und Fugen an.
- Wasserstoffperoxid: zerfällt zu Wasser und Sauerstoff, kann Farben aufhellen.
- Quartäre Ammoniumverbindungen: verbreitet in Flächenmitteln, mit Lücken bei manchen Viren.
Testen Sie empfindliche Oberflächen wie Naturstein, lackiertes Holz oder Kunststoff zuerst an einer verdeckten Stelle. Marmor und Kalkstein vertragen saure oder chlorhaltige Mittel schlecht.
Kurze Antworten zur Desinfektion
Wie viel Desinfektionsmittel braucht ein Haushalt auf Vorrat?
Für den Alltag keines. Wer Kranke pflegt, kauft eine Flasche passend zum Erreger. Grosse Vorräte veralten und gehören nicht in Reichweite von Kindern.
Welche Kenntnisse braucht es für eine Desinfektion?
Wer desinfiziert, muss Wirkstoffe, Einwirkzeiten und Materialverträglichkeit kennen. Dazu gehört, Mittel nie zu mischen und Schutzausrüstung richtig zu tragen. Das bringen die Reinigungspartner mit.
Wie oft ist eine Desinfektion nötig?
Nur aus Anlass, nicht nach Kalender. Nach Krankheit, Rückstau oder vor einem Einzug genügt in der Regel ein einziger Einsatz.
Gut zu wissen: Chlorhaltige Mittel und saure Reiniger nie zusammen verwenden, es entstehen giftige Gase. Bei Vergiftungsverdacht hilft Tox Info Suisse unter 145.
Reinigungspartner bei der Desinfektion
Gezielt desinfizieren vor Einzug oder Rückkehr
Abrechnung auf Stundenbasis, Buchung ab 2 Stunden; bei grösserem Aufwand kostenlose Besichtigung
Wann sich Hilfe lohnt und was sie kostet
Für einzelne Flächen nach einem Infekt reicht oft die eigene Flasche. Bei einer ganzen Wohnung, einem Rückstau oder einer stark verschmutzten Wohnung lohnt sich Unterstützung. Das gilt auch, wenn Sie selbst krank oder geschwächt sind.
Mr. Cleaner vermittelt dafür lokale Reinigungspartner. Abgerechnet wird auf Stundenbasis, gebucht werden mindestens 2 Stunden. Bei grösserem Aufwand kommt ein Partner zur kostenlosen Besichtigung, danach erhalten Sie eine Offerte mit festem Preis.
Was Ihnen die Vermittlung bringt: Sie müssen nicht selbst nach einer passenden Firma suchen und Offerten vergleichen. Eine Anfrage genügt, ein Partner aus Ihrer Region meldet sich. Berechtigte Mängel werden kostenlos nachgereinigt.
- Rasche Antwort, Termin meist in 2 bis 5 Tagen.
- Sonntags 100 Prozent Zuschlag, sonst keine Zuschläge.
- Für Schäden ist der Reinigungspartner versichert.
- Auch eine Versicherung kann selbst Auftraggeberin sein.
Beschreiben Sie Anlass, Räume und Fläche auf der Seite Desinfektionsreinigung. Nach einem Rückstau finden Sie weitere Schritte im Ratgeber Reinigung nach einem Wasserschaden.
Fazit: gezielt desinfizieren statt überall sprühen
Eine Desinfektion ist dann sinnvoll, wenn es einen Anlass gibt. Zuerst putzen, dann ein passendes Mittel mit genügend Einwirkzeit. Wer die heiklen Stellen kennt, braucht keine Chemie für jede Fläche.
Bei Familie Studer kam zwei Tage vor der Heimkehr ein Reinigungspartner vorbei. Als Herr Studer die Wohnung betrat, roch es nach frischer Luft und nicht nach Spital.
