Schadensbegrenzung bei Wasserschäden im Haus: von der ersten Minute bis zur Desinfektion

Waschküche nach einem Rückstau mit nassem Boden

Ein Gewitter, ein geplatzter Schlauch oder ein Rückstau aus der Kanalisation: Wasser im Haus richtet in kurzer Zeit viel an, und jede Stunde Verzögerung macht den Schaden grösser.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie in den ersten Minuten reagieren und wie Sie Wasser, Schlamm und Fäkalien sicher entfernen. Ausserdem lesen Sie, wie Reinigung, Desinfektion und Versicherung zusammenhängen.

Die Hinweise gelten für Keller, Waschküche und Wohnräume gleichermassen. Bei Gefahr für Menschen hat immer der Notruf Vorrang.

Burgdorf, ein Mehrfamilienhaus aus den Siebzigerjahren, ein schwüler Abend im August. Nach einem Hagelgewitter will Frau Zaugg ihre Wäsche aus der Waschküche holen.

Schon auf der Kellertreppe hört sie es plätschern. Aus dem Bodenablauf drückt braunes Wasser, es riecht nach Kanalisation.

„Soll ich die Wäsche noch retten?“ Nein. Zuerst kommen Strom und Sicherheit, die Wäsche kann warten.

Die ersten Minuten: Sicherheit vor Sachwerten

Steht Wasser in einem Raum mit Steckdosen oder Geräten, betreten Sie ihn erst nach dem Abschalten der Sicherung. Liegt der Sicherungskasten selbst im Nassen, holen Sie einen Elektriker.

  • Quelle stoppen: Bei einem Rohrbruch den Hauptwasserhahn schliessen.
  • Notruf: Steigt das Wasser rasch oder sind Menschen in Gefahr, die Feuerwehr unter 118 alarmieren.
  • Melden: Als Mieterin oder Mieter sofort die Verwaltung oder den Vermieter informieren.
  • Dokumentieren: Fotos und kurze Videos machen, bevor Sie etwas wegräumen.

Wertsachen, Dokumente und Elektrogeräte bringen Sie nur nach oben, wenn das gefahrlos geht. Bei der Feuerwehr kann man auch nach dem Abpumpen fragen, wenn grosse Mengen im Keller stehen.

Notieren Sie die Uhrzeit, den Wasserstand und was betroffen ist. Diese Angaben braucht später die Versicherung, und im Stress vergisst man sie rasch.

In einem Mehrfamilienhaus warnen Sie auch die Nachbarn mit Kellerabteil. Oft merkt niemand etwas, bis jemand am nächsten Morgen in die Waschküche geht.

Welches Wasser ist es? Klar, grau oder Kanal

Für das weitere Vorgehen zählt die Herkunft des Wassers. Je verschmutzter es ist, desto mehr Schutz braucht es beim Reinigen.

  • Klares Leitungswasser aus einer Leitung oder dem Boiler: wenig Keime, aber Feuchtigkeit in Böden und Wänden.
  • Grauwasser aus Waschmaschine oder Geschirrspüler: Seifenreste und leichte Verschmutzung.
  • Kanal- und Hochwasser nach Rückstau oder Überschwemmung: Keime, Fäkalien, oft auch Heizöl oder Schlamm.

Die Unterscheidung bestimmt, was Sie selbst machen können. Nach einem geplatzten Schlauch genügen oft Sauger, Tücher und gutes Lüften, nach einem Rückstau braucht es Schutz und Desinfektion.

Bei Kanalwasser ist jede Fläche, die es berührt hat, als verunreinigt zu betrachten. Das gilt auch für Kartonschachteln, Teppiche und Holzregale.

Reinigung nach Wasserschaden: so läuft ein Einsatz ab

Reinigung nach Wasserschaden anfragen

Schutz und Desinfektion auch nach Rückstau, rasche Antwort auf Ihre Anfrage

Wasser vom Boden holen: Pumpe, Sauger, Schieber

Je länger Wasser steht, desto tiefer dringt es in Unterlagsboden, Wände und Möbel ein. Deshalb kommt das Abpumpen vor allem anderen.

  1. Grosse Mengen mit einer Tauchpumpe abpumpen, falls verfügbar über die Feuerwehr oder einen Sanitärbetrieb.
  2. Restwasser mit einem Nass-Trockensauger aufnehmen.
  3. Schlamm mit Schaufel und Eimer abtragen, Geräte verstopfen dabei rasch.
  4. Böden mit Gummischieber zum Ablauf schieben und mit Bodentüchern nachwischen.

Nasse Teppiche, Polster und Karton tragen Sie hinaus. Sie halten Wasser fest und verzögern das Austrocknen des ganzen Raums.

Fäkalien und Kanalwasser im Keller: so gehen Sie vor

Bevor Sie anfangen, schützen Sie sich. Ohne Schutzausrüstung gehört niemand in einen Keller mit Kanalwasser.

  • Gummistiefel und feste, dichte Handschuhe.
  • Schutzbrille gegen Spritzer und eine FFP2-Maske.
  • Kleidung danach sofort ausziehen und separat heiss waschen.
  • Offene Wunden abdecken, Kinder und Haustiere fernhalten.

Feste Rückstände tragen Sie mit Schaufel ab und füllen sie in reissfeste, dicht verschlossene Säcke. Wie verunreinigte Abfälle entsorgt werden, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde oder beim Werkhof.

Nicht abwaschbares Material wie Karton, Dämmmatten oder durchnässte Polster kommt weg. Fragen Sie vorher Ihre Versicherung, ob sie die Sachen noch sehen möchte.

Reinigung Schritt für Schritt

  1. Grob entfernen: Schlamm und Rückstände abtragen.
  2. Vorspülen: Böden und Wände mit klarem Wasser abspritzen, von oben nach unten.
  3. Reinigen: Mit Allzweckreiniger und Bürste alle Flächen schrubben, auch Sockel und Ecken.
  4. Nachspülen: Reinigerreste entfernen und Wasser absaugen.
  5. Desinfizieren: Erst auf sauberen Flächen, sonst wirkt das Mittel nicht.

Wechseln Sie das Putzwasser oft und benutzen Sie für Kanalwasser andere Eimer und Tücher als für den Haushalt. Bürsten und Lappen aus dem Keller entsorgen Sie danach am besten.

Möbel, Regale und Geräte, die stehen bleiben, reinigen Sie einzeln. Heizungsrohre und Leitungen am Boden werden ebenfalls abgewaschen.

Desinfektion und Grundreinigung nach dem Wasserschaden

Nach Kanal- und Hochwasser ist Desinfektion unerlässlich, nach klarem Leitungswasser meist nicht nötig. Ein Desinfektionsmittel auf schmutzigem Boden bringt wenig, weil Schmutz die Wirkstoffe bindet.

Halten Sie die Einwirkzeit auf der Packung ein und lüften Sie dabei gut. Mischen Sie nie verschiedene Mittel, etwa chlorhaltige mit säurehaltigen Reinigern.

Nach dem Austrocknen folgt eine Grundreinigung der betroffenen Räume. Dabei werden Staub aus Trocknungsgeräten, Kalkränder und letzte Schlammspuren entfernt.

Trocknen müssen Böden und Wände vollständig. Dafür gibt es Trocknungsfirmen mit Bautrocknern und Feuchtemessung, Schimmel droht sonst nach einigen Wochen.

Reinigung nach einem Wasserschaden

Reinigungspartner in Schutzkleidung reinigt einen Kellerboden

Nach Abpumpen und Trocknung sauber weitermachen

Kostenlose Besichtigung bei grösserem Aufwand, danach Offerte mit festem Preis

Keller nach einer Überschwemmung: praktische Tipps

Ein Keller ist nach Hochwasser oft voller Dinge, die über Jahre zusammengekommen sind. Arbeiten Sie in Zonen, statt überall gleichzeitig anzufangen.

  • Ausräumen: Zuerst alles hinaus, was nass ist, damit Luft an Boden und Wände kommt.
  • Sortieren: Abwaschbares wie Metall, Glas und Kunststoff behalten, Saugfähiges kritisch prüfen.
  • Lüften: Fenster und Türen öffnen, sofern die Aussenluft trockener ist als die Kellerluft.
  • Kontrollieren: Nach einigen Tagen auf Geruch, Flecken und Ausblühungen an den Wänden achten.

Gefriertruhen und Waschmaschinen, die im Wasser standen, lassen Sie vor dem Wiedereinschalten prüfen. Lebensmittel, die mit Kanalwasser in Berührung kamen, werfen Sie weg, auch in geschlossenen Gläsern mit Schraubdeckel.

Nach dem Ereignis lohnt sich ein Blick auf die Vorsorge. Eine Rückstauklappe in der Abwasserleitung und erhöhte Regale im Keller verringern das Risiko beim nächsten Gewitter.

Versicherung, Verwaltung und Abrechnung

Je nach Ursache sind verschiedene Versicherungen zuständig: die kantonale Gebäudeversicherung, eine Gebäudewasserversicherung oder Ihre Hausratversicherung. Melden Sie den Schaden rasch und klären Sie, wer was übernimmt.

Mr. Cleaner vermittelt Reinigungspartner für die Reinigung nach dem Wasserschaden, auch nach Rückstau mit Schutz und Desinfektion. Die Reinigung beginnt nach dem Abpumpen und der Trocknung, Trocknung und Sanierung selbst übernehmen andere Fachbetriebe.

Abgerechnet wird auf Stundenbasis, die Buchung ist ab 2 Stunden möglich. Bei grösserem Aufwand folgt auf die kostenlose Besichtigung eine Offerte mit festem Preis. Die Rechnung geht an Sie, Sie reichen sie bei der Versicherung ein. Eine vorhandene Kostengutsprache legen Sie der Anfrage bei, die Versicherung kann auch selbst Auftraggeberin sein.

Mehr zum Ablauf finden Sie auf der Seite zum Wasserschaden. Konkrete Handgriffe sammelt der Ratgeber mit 12 Tipps zur Reinigung nach einem Wasserschaden.

Fazit: Erst sichern, dann abpumpen, dann sauber reinigen

Strom aus, Quelle stoppen, Fotos machen und melden: Damit begrenzen Sie den Schaden am meisten. Danach folgen Abpumpen und Trocknung, zum Schluss Reinigung und Desinfektion.

Frau Zaugg hat die Wäsche an jenem Abend liegen lassen und die Verwaltung angerufen. Zwei Wochen später war die Waschküche trocken, gereinigt und roch wieder nach Waschmittel statt nach Kanal.

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