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Was brauchen Sie, um eine Reinigungsfirma zu gründen?

Kategorie: Ratgeber | 12.09.2022

Mr. Cleaner Ratgeber Blog: Was brauchen Sie, um eine Reinigungsfirma zu gründen?
  1. Welche Voraussetzungen brauchen Sie für die Gründung einer Reinigungsfirma?
  2. Wo möchten Sie Ihr Reinigungsunternehmen positionieren?
  3. Wer kann Ihnen bei der Gründung einer Reinigungsfirma helfen?
  4. Worauf sollten Sie bei der Gründungsplanung unbedingt achten?
  5. Ein guter Business- und Finanzplan schützen vor bösen Überraschungen!
  6. Alles in eigener Hand oder doch lieber mehr Unterstützung?
  7. Wo melden Sie Ihr Reinigungsunternehmen an und was ist der nächste Schritt?
  8. Wie kommen Sie an lukrative Aufträge für Ihre Reinigungsfirma?
  9. Wo finden Sie gute Arbeitskräfte? Wie bauen Sie Ihr Reinigungsteam auf?

1. Welche Voraussetzungen brauchen Sie für die Gründung einer Reinigungsfirma?

Für die Gründung eines Reinigungsunternehmens brauchen Sie keine Ausbildung und ein Meistertitel ist, im Gegensatz zu anderen Handwerksberufen, nicht notwendig. 

Die Tätigkeit einer Reinigungsfirma gehört zu dem zulassungsfreien Handwerk. Für diese besondere Sparte im Handwerk sind Qualifikationsnachweise nicht zwingend erforderlich, d.h. jede Person kann sich in dieser Branche selbstständig machen und eine Reinigungsfirma gründen. zdh.de

Natürlich ist es immer von Vorteil, wenn eine Firmengründung auf entsprechendem beruflichem Background basiert, nur so können Sie als Unternehmer flexibel und marktgerecht agieren. Wenn der Chef eines Reinigungsbetriebes selbst einmal als Reinigungskraft gearbeitet hat, kennt er die Bedürfnisse und Ansprüche seiner Kunden und auch die Anforderungen der täglichen Arbeit.

Etwas anders sieht es aus, wenn speziell eine Gebäudereinigungsfirma ins Leben gerufen wird, hier muss eine staatlich anerkannte Ausbildung vorgewiesen werden, da die Bezeichnung des Berufes Gebäudereiniger geschützt ist. Mehr Info

Jeder kann als Beruf Reinigungskraft angeben, wenn er oder sie in einer Putzfirma arbeitet oder selbstständig Büros oder Privathaushalte säubert. Aber der Beruf des Gebäudereinigers setzt eine dreijährige Ausbildung voraus, die auch mit einem Meistertitel abgeschlossen wird. Reinigungskraft

Ein fundiertes Fachwissen ist immer eine optimale Vorrausetzung für die Gründung eines Reinigungsunternehmens. Allerdings muss dieses Wissen nicht nur auf die Tätigkeit einer Reinigungskraft oder eines Gebäudereinigers beruhen, vielmehr ist ein bestimmtes unternehmerisches Knowhow wichtig.

Als Gründer sollten Sie sich mit den wichtigsten Punkten der Buchhaltung auskennen, Kenntnisse über den Markt sind essentiell sowie über Mitarbeiterführung, Kundengewinnung, die Erstellung eines Business- und Finanzplans etc. Natürlich können einige dieser Bereiche später outgesourct und von Dienstleistern ausgeführt werden, ein guter Unternehmer sollte aber immer über diese Punkte im Bilde sein. Fehlt Ihnen dieses unternehmerische Wissen, ist es ratsam Schulungen für Existenzgründer zu besuchen oder sich von Fachleuten beraten zu lassen.

Vor der Gründung eines Reinigungsunternehmens sollten Sie auf jeden Fall erst eine Menge Fachliteratur wälzen, Seminare besuchen und sich mit anderen Existenzgründern und Experten austauschen.

Sprechen Sie mit dem Chef eines Reinigungsunternehmens, fragen Sie ihn nach seinen ersten Hürden, die er am Anfang gemeistert hat. Im Internet existieren Foren speziell für Existenzgründer, löchern Sie dort Teilnehmer mit ihren Fragen, je mehr Sie erfahren umso besser. Wenn Sie bis dato noch nie ein Gebäude oder ein Haus selbst gereinigt haben, probieren Sie es mit einem Praktikum in einer Reinigungsfirma

Sprechen Sie mit den Mitarbeitern und profitieren Sie von deren Arbeitserfahrung. Je besser Sie sich auf die Gründung Ihres Reinigungsunternehmens vorbereiten, desto einfacher und erfolgsversprechender wird der Start in die Selbstständigkeit.

2. Wo möchten Sie Ihr Reinigungsunternehmen positionieren?

Reinigungsunternehmen ist nicht gleich Reinigungsunternehmen. Wenn Sie sich eines schönen Morgens sagen: „Ich gründe jetzt eine Reinigungsfirma.“, aber sich noch keine Gedanken gemacht haben, wo Sie sich in diesem riesigen Markt positionieren, ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Die Branche ist breit gefächert und in den meisten Segmenten sitzen bereits mehrere Anbieter fest im Sattel. 

Eine Spezialisierung bringt Ihnen meist Vorteile, da Sie sich in der Nische zum Marktführer hocharbeiten können. Darum informieren Sie sich über die einzelnen Marktsegmente wie z.B.

  • Baustellenreinigung
  • Büroreinigung
  • Reinigung von Industrieanlagen
  • Tatortreinigung
  • Reinigung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fuhrparks usw.
  • Fassadenreinigung, etc.

Wenn Sie die für Sie passende Sparte gefunden haben, analysieren Sie diese Marktnische, recherchieren Sie genau welche Voraussetzungen Sie in diesem Fall erfüllen müssen, um sich dort erfolgreich zu positionieren. (Siehe Blog: "Putzhilfe! Besser als Reinigungsfirma?")

Vergessen Sie auch nicht, sich über Zulassungen und Verordnungen zu informieren, die unabdingbar für die Existenzgründung dieses besonderen Reinigungsunternehmens sind. So ist z.B. für das Berufsfeld der Tatortreinigung eine vorherige Ausbildung zum Gebäudereiniger erforderlich und falls Sie sich im Hygienesektor niederlassen möchten, sollten Sie und Ihre Mitarbeiter regelmäßig Schulungen absolvieren.

Sie selbst müssen sich auch mit der gewählten Spezialisierung identifizieren und wohlfühlen. Wenn Sie z.B. kein Blut sehen können oder schnell Ekelgefühle entwickeln, ist Tatortreinigung oder das Reinigen von Krankenhäusern nicht unbedingt das Wahre.

Neben der richtigen Marktnische müssen Sie auch die passende Rechtsform für Ihr Unternehmen auswählen. So können Sie Ihre Reinigungsfirma als GmbH, UG oder Einzelunternehmen gründen. Jede Rechtsform hat ihre Vor- und Nachteile und es bestehen bei jeder andere Voraussetzungen.

  • GmbH, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung bietet Ihnen steuerliche Vorteile mit hoher Flexibilität, Sie sind nur beschränkt haftbar verfügen aber über eigene Rechtsfähigkeit. Im Gegenzug brauchen Sie ein relativ hohes Mindestkapital und tragen ein bestimmtes Risiko an persönlicher Haftung. Rechtsformen
  • UG, die Unternehmensgesellschaft stellt eine Unterform der GmbH dar. Das Mindestkapital ist sehr niedrig und das Privatvermögen ist von der Haftung ausgeschlossen. Als nachteilig ist zu sehen, dass die Stammeinlage immer in bar sein muss und Sacheinlagen nicht gestattet sind. Rechtsformen
  • Einzelunternehmen, bei dieser Rechtsform liegen die Hauptvorteile darin, dass die Gewinne komplett dem Gründer gehören und kein Stammkapital notwendig ist. Dies macht das Einzelunternehmen so attraktiv für Existenzgründer, die kaum Eigenkapital besitzen.

Weitere Unternehmensformen sind möglich und detaillierte Informationen dazu finden Sie hier.

3. Wer kann Ihnen bei der Gründung einer Reinigungsfirma helfen?

Niemand kommt als Unternehmer auf die Welt und in der Schule wird das Thema Selbstständigkeit und Firmengründung meist nur gestreift. Wenn Sie sich entschlossen haben eine Reinigungsfirma zu gründen, sollten Sie sich vorab genau informieren. Nur, wo findet man die richtigen Informationen und wer kann einen umfassend beraten?

Die Bundesagentur für Arbeit ist nicht nur Ansprechpartner für Arbeitssuchende, sie gibt auch hilfreiche Tipps für Existenzgründer. Neben zahlreichen Broschüren, die dort angeboten werden, können Sie sich auch von einem Mitarbeiter beraten lassen. Arbeitsagentur

Die Industrie und Handelskammerhält nicht nur auf Ihrer Homepage wichtige Infos für Existenzgründer bereit, sie bietet auch eine sehr gute Beratung durch Experten an. Zusätzlich veranstaltet die IHK Seminare sowie Schulungen und begleitet Unternehmen über die ersten Tage ihrer Existenzgründung hinaus. IHK

Da Bestimmungen und Zulassungen für eine Existenzgründung sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können, ist es unerlässlich sich von den Regionalen Handwerkskammern beraten zu lassen. Hier finden Sie die Adressen, der für Sie zuständigen Handwerkskammer.

Sie können sich natürlich auch von Ihrem Steuerberater über die notwendigen Hilfen zur Gründung eines Reinigungsunternehmens beraten lassen. Falls Sie keinen eigenen Steuerberater haben, könnte diese Seite für Sie interessant sein:

Unternehmensberater stehen Ihnen gerne zur Seite, wenn Sie Fragen zur Existenzgründung haben, wie z.B. welche Rechtsform Sie wählen sollen. Diese Profis finden Sie im Internet und Sie können, je nach eigener Präferenz, sich einen Unternehmensberater aus der Region aussuchen und einen persönlichen Termin vereinbaren oder Sie wählen eine professionelle Online-Beratung.

4. Worauf sollten Sie bei der Gründungsplanung unbedingt achten?

Bevor Sie stolz Ihrer Familie und Ihren Freunden eröffnen: „Ich gründe ein Reinigungsunternehmen!“, sollten Sie ein paar Punkte abklären. Für den Erfolg Ihres Unternehmens ist es wichtig die Konkurrenz zu kennen, denn wenn Sie der 101. Reinigungsbetrieb in der Stadt sind, der Büroreinigung und Fensterputzen anbietet, ist das Projekt meist zum Scheitern verurteilt.

Wie ist der Markt für Reinigungsunternehmen an Ihrem Wunsch-Standort?

  • Recherchieren Sie wie viele Reinigungsbetriebe es in Ihrer der Stadt gibt.
  • Was bieten diese Dienstleister genau an?
  • Wie sind deren Preise?
  • Wie können Sie sich mit Ihrem Serviceangebot von der örtlichen Konkurrenz abheben?
  • Lohnt sich ein Standortwechsel? Hätten Sie woanders mehr Chancen?
  • Was ist Ihre Zielgruppe und wie erreichen Sie diese?
  • Über wieviel Personal verfügt der Wettbewerber und wie viele Fachkräfte möchten Sie einstellen?
  • Wie hoch sind die Mieten an Ihrem Wunsch-Standort? Sollte Sie besser an einem „günstigeren“ Ort Ihr Reinigungsunternehmen gründen?

Verlieren Sie nie die Kosten aus Ihren Augen

Die Erstellung eines Finanzplans gibt Ihnen eine gute Übersicht über die anfallenden Kosten für Ihre Existenzgründung. Sie können diesen Plan gemeinsam mit Ihrem Steuer- oder einem anderen Fachberater aufstellen. Zu den Kosten, die auf Sie zukommen gehören:

  • Ausgaben für Unternehmensberatung o.ä. und anfallende Gebühren
  • Miete oder Immobilienfinanzierung
  • Laufende Betriebskosten
  • Anschaffungskosten für Reinigungsmaterial, Büroausstattung, Firmenwagen, Berufsbekleidung usw.
  • Ausgaben für Marketing
  • Versicherungen
  • Gewerbesteuer usw.
  • Personal- und laufende Materialkosten

Sie sollten auch immer eine ausreichend hohe Geldsumme als Reserve zurückbehalten, falls etwas Unerwartetes passiert. Wichtig ist auch nicht zu knapp zu kalkulieren, da Sie gerade in und nach der Gründungsphase erst mehr Ausgaben als Einnahmen haben werden. Damit Ihr Reinigungsunternehmen sich auch nach der Gründung gut auf dem Markt etablieren kann, brauchen Sie unbedingt eine ausreichend große Kundschaft.

Sehr wichtig: Kunden auf das eigene Geschäft aufmerksam machen

Das bestausgestattete Reinigungsunternehmen wirft ohne Kunden keinen Gewinn ab. Ihre Reinigungsfirma muss präsent sein, damit sie gefunden wird. Sie sollten sich vor der Gründung Gedanken machen, wie Sie Ihre Wunschkunden am besten ansprechen. Ein Marketing-Profi wird Sie über den Aufbau einer werbewirksamen Internetpräsenz informieren und welche Kanäle Sie noch für die Kundengewinnung nutzen können. Lassen Sie Flyer drucken und verteilen, locken Sie mit attraktiven Eröffnungsangeboten oder geben Sie in Zeitungen Werbeannoncen auf, in denen Sie auf die Besonderheiten Ihres Reinigungsservices hinweisen. Ein witziger Slogan oder ein einprägsames Logo hebt Ihr Unternehmen von der Konkurrenz ab. Falls Ihnen hier die Kreativität fehlt, können Sie auch eine Werbeagentur beauftragen.


Schaufenster Reinigung vorher

Illegale Graffiti schnell und rückstandslos entfernen

Jährlich entstehen durch Graffiti und mutwillige Beschädigung Schäden in Millionenhöhe. Damit Wände, die über Nacht in den Mittelpunkt einer "Verzierung" geraten sind, nicht weitere Nachahmer findet, sollten diese schnell beseitigt werden. Sogenannte Graffitientferner helfen dabei. Der Rest ist harte Arbeit.

5. Ein guter Business- und Finanzplan schützen vor bösen Überraschungen!

Vor der Gründung Ihres Reinigungsunternehmens steht die gründliche Planung. Jeder, der ein Unternehmen gründet, sollte vorab einen Business-/Finanzplan erstellen. So kann er seine Ideen, Vorstellungen und Ansprüche gedanklich ordnen und sieht, welche Kosten auf ihn zukommen. 

Außerdem kann er so besser die nächsten Schritte planen, damit er keine bürokratischen Vorgaben übersieht und die Unternehmensgründung nicht scheitert. Ein gut ausgearbeiteter Businessplan ist ein schlagkräftiges Argument für Banken und andere Investoren, in das neue Geschäft Geld zu investieren. 

Nehmen Sie sich darum ausreichend Zeit und, falls nötig, fachliche Hilfe in Anspruch, um Ihren Finanzplan und die Beschreibung Ihrer Geschäftsidee klar und deutlich zu formulieren. Sie können Ihren Businessplan auch mittels einer Software erstellen, Anregungen dazu finden Sie hier.

Was gehört in einen Businessplan?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen aussagekräftigen Businessplan zu erstellen. Dies hier sind die wichtigsten Punkte, die unbedingt dazu gehören:

  • Name des Unternehmens
  • Die Geschäftsidee kurz und knapp erklären
  • Hat der Unternehmensgründer die erforderlichen Fachkenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen?
  • Aufzeigen des möglichen Alleinstellungsmerkmals
  • Wer ist die Zielgruppe und wie wird diese angesprochen?
  • Wie hoch ist das benötigte Kapital, welches Eigenkapital ist vorhanden?
  • Welche Umsätze werden erwartet?
  • Ab wann wird das Unternehmen auf dem Markt etabliert?
  • Die Anzahl der erforderlichen Belegschaft
  • Wo ist das Unternehmensziel und welche Risiken werden erwartet?

Mehr Tipps und hilfreiche Unterstützung finden Sie auf dieser Seite. Der Businessplan ist der Gründungsstein, auf dem Sie Ihr Unternehmen aufbauen. Falls Sie sich die Erstellung des Finanzplans nicht zutrauen oder Sie sich unsicher in schriftlichen Formulierungen sind, kontaktieren Sie einen Unternehmensberater oder eine andere Fachperson, die Sie unterstützt.

6. Alles in eigener Hand oder doch lieber mehr Unterstützung?

Nicht jeder fühlt sich in der Rolle des „Soloplayers“ wohl und möchte gerade in der Anfangszeit der Unternehmensgründung etwas mehr Unterstützung. Zum Glück haben Sie in der heutigen Zeit eine große Auswahl, wie Sie Ihre eigene Reinigungsfirma gestalten und führen können. So können Sie zwischen den Varianten: „Alles in Eigenregie“ oder „Unterstützung durch ein Franchise-System“ wählen.

Wann ist Franchise sinnvoll?

Beim Franchising gibt es einen Franchisegeber und einen -Nehmer. Der Franchisegeber hat im Vorfeld ein erfolgreiches Konzept für eine Dienstleistung oder den Warenverkauf entworfen und gibt diesen Plan, gegen Gebühr, an einen Nehmer weiter. 

Franchise ist vor allen Dingen für Unternehmer interessant, die gerne auf vorhandene Vertriebs- und Marketingstrategien zurückgreifen. Der Franchisenehmer muss im Gegenzug eine Lizenzgebühr bezahlen und kann dann sofort loslegen. Es existieren online Franchisebörsen auf denen sich Interessenten das für sie passende Konzept aussuchen können. Vorteile von Franchise:

  • Das Geschäftsmodell existiert bereits und hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Gefahr eines Fehlstarts ist geringer.
  • Die Marke ist schon bekannt. Der Franchisenehmer profitiert von einem populären Namen, ein gewisser Ruf ist auf dem Markt schon etabliert.
  • Austausch mit Gleichgesinnten. Hilfe und Unterstützung durch den Franchisegeber und weitere Franchisenehmer.
  • Das Rad muss nicht neu erfunden werden, z.B. sind Märkte bereits erschlossen.
  • Höhere Akzeptanz bei Kapitalgebern, da das Geschäftsmodell längst anerkannt ist.

Wann ist Franchise nicht sinnvoll?

Falls Sie eher der selbstständige Unternehmertyp sind, der alles in Eigenregie gestalten möchte, ist Franchise vielleicht nicht das richtige Konzept für Sie. Sie möchten ein Reinigungsunternehmen gründen, mit einem Alleinstellungsmerkmal: einem Spezialservice, den keine andere Firma so anbietet, dann werden Sie mit Franchise nicht glücklich. 

Das gleiche gilt, wenn Sie nicht gerne im Team arbeiten und Vorgaben nicht so Ihr Ding sind. Franchising hat nämlich nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile:

  • Zu Beginn wird eine Investitionssumme verlangt.
  • Es müssen monatliche Abgaben geleistet werden.
  • Das Geschäftskonzept entspricht nicht zu 100% den eigenen Vorstellungen.
  • Nicht jeder Franchisegeber ist ein seriöser Geschäftsmann. Am Ende bleibt man auf den Kosten sitzen.

Machen Sie sich Gedanken, welcher Unternehmertyp Sie sind und welches Geschäftsmodell Ihnen am ehesten liegt. Fragen Sie andere Unternehmer aus der Reinigungsbranche, welche Erfahrungen sie gemacht haben und entscheiden Sie in Ruhe, welcher Weg für Sie optimal ist.

7. Büro mieten, Firmengebäude kaufen oder Homeoffice?

Für Ihr Reinigungsunternehmen brauchen Sie natürlich einen geeigneten Standort, von dem Sie aus bestmöglich agieren können. Ob Sie nun einen Büroraum oder ein ganzes Gebäude mieten, sofort ein leerstehendes Betriebsgelände kaufen oder doch lieber zuhause mit Ihrem Homeoffice starten, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Planen Sie die Gründung Ihres Reinigungsunternehmens im ganz großen Stil und möchten sofort einige Mitarbeiter anstellen? Dann benötigen Sie von vornherein viel Platz und ein Homeoffice oder ein kleines Büro sind nicht das Richtige.
  • Mieten und Immobilienpreise schwanken von Region zu Region. Es kann sich für Sie lohnen, ein günstigeres Bürogebäude auf dem Land zu erwerben und gleichzeitig Ihren Aktionsradius so groß wie möglich auszuweiten, damit genügend Aufträge eingehen.
  • Ob das Mieten oder der Immobilienerwerb sich als vorteilhafter zeigen ist u.a. abhängig von der Höhe Ihres Startkapitals. Fragen Sie Ihren Steuerberater, ob in Ihrem Fall mieten oder kaufen besser ist.
  • Ist Ihr Startkapital nicht allzu hoch, sollten Sie sich nicht für die große, luxuriöse Gewerbeimmobilie entscheiden, sondern lieber mit einem kleineren Büro beginnen. Besonders in der Anfangszeit einer Unternehmensgründung können unerwartete Kosten anfallen, die Sie begleichen müssen.
  • Homeoffice scheint, auf den ersten Blick für die Gründung des eigenen Unternehmensstandorts, eine sehr günstige Variante zu sein. Aber arbeiten von zu Hause ist nicht jedermanns Sache, da sich privat und berufliches dort gerne vermischen. Spätestens wenn die Zahl Ihrer Belegschaft wächst, wird es im heimischen Bürozimmer zu klein.

Es gibt viele Punkte zu bedenken und gegeneinander abzuwägen, bevor man sich für seinen Geschäftsstandort entscheidet. Sie können auch in einem Gründungsseminar andere Teilnehmer nach Ihrer Meinung fragen oder holen sich Rat bei einem Unternehmensberater.

8. Wo melden Sie Ihr Reinigungsunternehmen an und was ist der nächste Schritt?

Jedes Gewerbe muss beim zuständigen Gewerbeamt oder Ordnungsamt angemeldet werden. Die Zuständigkeit hängt vom Standort des Reinigungsbetriebes ab. Es ist auch möglich sein Gewerbe bequem und schnell online anzumelden, z.B. unter Gewerbeanmeldung

Da die Gewerbeanmeldung von Bundesland zu Bundesland verschieden geregelt ist, sollten Sie sich bei Ihrer regionalen IHK melden. Dort erhalten Sie die notwendigen Informationen, wie Sie speziell bei Ihrem Standort vorzugehen haben. Weitere wichtige und wertvolle Tipps finden Sie unter diesem Link .

Nachdem Sie Ihre Reinigungsfirma erfolgreich angemeldet haben, werden Sie vom Finanzamt angeschrieben zwecks steuerlicher Erfassung. Nach erfolgreicher Prüfung durch das Finanzamt, wird Ihnen eine Steuernummer zugeteilt und Sie dürfen dann Rechnungen erstellen. Ebenso wird die IHK bzw. die HWK über die Gewerbeanmeldung unterrichtet. Eine Mitgliedschaft bei der für Sie zuständigen IHK bzw. HWK ist eine zwingende Vorrausetzung.

Sie sollten auf keinen Fall die Anmeldung Ihres Reinigungsbetriebes versäumen, ansonsten droht ein Bußgeld. In der Regel muss die Gewerbeanmeldung vor Beginn der unternehmerischen Tätigkeit erfolgt sein. Falls Sie in der Aufregung die Anmeldung versäumt haben, können Sie diese auch rückwirkend durchführen, die meisten Ämter drücken, falls der Zeitraum nicht zu lange war, ein Auge zu. Mehr dazu hier

Neben dem Gewerbeamt, der Industrie und Handels sowie Handwerkskammer müssen Sie auch die Berufsgenossenschaft über Ihre Firmengründung informieren. Die BG ist der Unfallversicherungsträger für Sie als Unternehmer und für Ihre Angestellten. Sogar in dem Fall, dass Sie keine Angestellten beschäftigen, müssen Sie sich bei der für Sie zuständigen BG melden. Unter diesem Link  finden Sie die für Sie relevante Berufsgenossenschaft.

Der Beitritt zu einem Berufsverband kann für Sie vorteilhaft sein, werden doch hier Ihre Interessen vertreten und über wichtige Neuerungen in der jeweiligen Branche informiert. Hier finden Sie wertvolle Informationen über Ihren Berufsverband: Mehr Info

9. Wie kommen Sie an lukrative Aufträge für Ihre Reinigungsfirma?

Endlich haben Sie alle Formalitäten erledigt, die Feier zur Gründung Ihres Reinigungsunternehmens ist am gestrigen Abend ausgeklungen, nur das Klingeln des Telefons bleibt aus, keine E-Mail trudelt ein: Keiner will Ihre Reinigungsfirma buchen. 

Klar, niemand in der Stadt und näheren Umgebung weiß, dass Sie einen Reinigungsbetrieb mit einem ganz besonderen Service gegründet haben. Sie brauchen unbedingt Kunden und Aufträge, damit Ihr Geschäft wächst. Aber wie kommen Sie an Aufträge?

Zeitungsannoncen! Lassen Sie in Ihrer Zeitung oder einem regionalen Blättchen eine Anzeige drucken. Geben Sie bekannt, dass nun vor Ort eine neue Reinigungsfirma tätig ist und werben Sie am besten mit einem lukrativen Eröffnungsangebot. Ihre potentiellen Kunden müssen Sie erst kennenlernen und ein attraktives Angebot, kann den ein oder anderen animieren Ihre Dienstleistung auszuprobieren.

Onlineportale! Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen auf denen Dienstleister ihren Service anbieten oder Interessenten Gesuche aufgeben. Sie können sich bei verschiedenen Onlineportalen anmelden und sollten auf jeden Fall Ihr Serviceangebot umfassend beschreiben. 

Bitten Sie dann Ihre Kunden, nach Auftragserledigung oder auch nur nach einem freundlichen Kontakt, um eine Bewertung. Potentielle Kunden schauen auf diesen Plattformen gerne nach Rezensionen und wer eine 5 Sterne-Bewertung aufzeigen kann, ist begehrt.

Internetpräsenz! Ohne eine gut gestaltete Webseite kann heutzutage kein Geschäft bestehen. Wer nach einem Dienstleister sucht, wird gerne Google fragen. Darum sollten Sie als Inhaber einer Reinigungsfirma nicht nur eine aussagekräftige Homepage besitzen, diese muss auch im Suchmaschinenranking möglichst weit oben stehen. Daher ist es sinnvoll die Onlinepräsenz von einem Profi gestalten zu lassen, damit Ihre Seite von Google & Co entsprechend gelistet wird.

Flyer und Eintragungen ins Telefonbuch! Nicht nur in der virtuellen Welt sollten Sie auf sich aufmerksam machen, sondern auch ganz „altmodisch“ in der Realen. Nicht jeder potentielle Kunde verfügt über Internet oder nutzt dieses. Darum ist die Verteilung von ansprechend gestalteten Flyern und der Eintrag ins Telefonbuch ein wichtiger Baustein Ihrer Marketingstrategie. 

Machen Sie im Flyer oder in Ihrer Broschüre auf die Besonderheiten Ihres Reinigungsunternehmens aufmerksam. Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz, was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Flyer und Prospekte kann man an stark frequentierten Orten aufstellen oder in Briefkästen einwerfen lassen. (Siehe Blog: "Reinigungsgutschein als Geschenk")

10. Wo finden Sie gute Arbeitskräfte? Wie bauen Sie Ihr Reinigungsteam auf?

Ihr Reinigungsunternehmen ist gegründet worden und Sie haben bereits die ersten Aufträge an Land gezogen. Schnell merken Sie, dass Sie die ganze Arbeit nicht allein bewältigen können, Sie brauchen Unterstützung. 

Die Suche nach gutem Personal kann zu einer Herausforderung werden, Sie sollten aber unbedingt Zeit investieren und viel Sorgfalt in das Finden von qualifizierten Mitarbeitern legen, denn diese bilden die Eckpfeiler Ihres Unternehmens. Es existieren verschiedene Möglichkeiten passende Bewerber auf sich aufmerksam zu machen.

Die Bundesagentur für Arbeit

Das Jobcenter verfügt über einen großen Pool an Bewerbern. Menschen, die arbeitslos geworden sind oder eine neue Stelle suchen, melden sich beim Arbeitsamt und Sie als potentieller Arbeitgeber können auf der Jobbörse Bewerberprofile einsehen und auch ein Stellenangebot selbst aufgeben. 

Sie können sich direkt ein erstes Bild über Ihren zukünftigen Angestellten machen und der Service ist für Sie kostenlos.

Stellenanzeige in Zeitungen, Zeitschriften und Regionalblättern

Mit Stellenannoncen erreichen Sie sehr viele Jobinteressenten. Sie sollten bei der Anzeige unbedingt darauf achten, dass Sie Ihre Vorstellungen über den Wunschkandidaten und die Stellenbeschreibung klar definieren. Nur so kann sich von vornherein die Spreu vom Weizen trennen. Ebenso ist es wichtig, die richtige Zeitung auszuwählen. Regionale Medien sind meist effektiver als überregionale, da der Bewerber dann in der Nähe wohnt. Diese Art der Mitarbeitersuche wird Sie allerdings etwas kosten.

Im Bekanntenkreis, auf Empfehlung

Eine andere, sehr persönliche Art der Mitarbeitersuche: Im Freundes- und Bekanntenkreis nach geeigneten Bewerbern zu fragen. Der Vorteil hier ist, dass Sie im Voraus eine Menge über den Jobsuchenden erfahren und bereits Vertrauen aufgebaut wird. Schließlich wird der langjährige Freund Ihnen keinen Faulenzer oder Langfinger empfehlen. 

Aber so manche Empfehlung kann auch nach hinten los gehen und der neue Mitarbeiter entpuppt sich als Enttäuschung und leider steht dann die Freundschaft, mit demjenigen, der die Empfehlung ausgesprochen hat, auf der Kippe.

Über die eigene Webseite

Sie können auch auf Ihrer Homepage eine Stellenanzeige aufgeben. Das ist für Sie kostenlos und der Bewerber kann sich gleichzeitig ein genaues Bild Ihres Reinigungsunternehmens machen. Außerdem hat er ja nach Ihnen im Internet gesucht und fühlt sich von der Stellenbeschreibung und Ihrem Unternehmensprofil angezogen. Achten Sie auch hier auf eine genaue Stellenbeschreibung.

Zeitarbeitsfirmen und Personal-Service-Agenturen

Zeitarbeitsagenturen überlassen Ihnen ihre Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum. Sie müssen sich dann nicht groß um die Belange des Personals kümmern und können kurzfristig mehr Mitarbeiter bei hohem Auftragsvolumen beschäftigen. 

Bei einer eventuellen Flaute wird der Angestellte dann über die Agentur weitervermittelt. Allerdings sollten Sie stets die Vertragsbedingungen der einzelnen Zeitarbeitsfirmen sorgfältig prüfen.

Jobportale im Internet

Im Internet existieren zahlreiche Plattformen, auf denen sich Arbeitssuchende vorstellen können und Jobs inseriert werden. Meistens sind diese Dienste kostenlos und der Jobsuchende kann direkt eine E-Mail an seinen Wunscharbeitgeber senden. Ebenso können Sie auch über Facebook auf Mitarbeitersuche gehen oder z.B. über das digitale Netzwerk Xing Kontakte knüpfen. Wertvolle Tipps finden Sie hier.



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